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Tierberichte - Hintergründe 05/01 |
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Das Hummerleiden - erschreckend, die Qualen für die Tiere! |
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Meeresfrüchte
War vor Jahrzehnten ein Rindsfilet das Highlight einer festlichen privaten
Tafel, ist es heute Seafood vom anderen Ende der Welt: Hummersuppe,
Kaviarhäppchen oder Crevettencocktails. Doch wer einen Blick hinter die Kulissen
der Seafood-Produktion wirft, dem vergeht die Lust.

Nicht meerestiergerecht
"Beim Fleisch gibt es mittlerweile gute, tiergerecht produzierte Qualität. Doch
beim Meeresgetier sind noch viele Verbesserungsmassnahmen nötig", sagt Jörg
Birnstiel, Mediensprecher von Coop Schweiz. Drei Viertel der weltweiten
Fischbestände sind überfischt oder von Überfischung bedroht. "Es gibt aber ein
wachsendes Angebot von Fisch aus umweltgerechter Produktion", erklärt Jennifer
Zimmermann, Verantwortliche für Ernährung beim WWF Schweiz. Der WWF hat dieses
Jahr einen Einkaufsführer erstellt wo man erfährt, welche Fische und sonstige
Meerestiere mit ruhigem Gewissen gekauft werden dürfen.
Langes Leiden
Bis Krustentiere als kulinarische Attraktion gereicht werden, müssen sie meist
lange leiden. Hummer werden vorwiegend in den heissen Sommermonaten gefangen.
Die Fischer bringen sie aber erst dann auf den Markt, wenn die Nachfrage am
grössten ist: vor den Festtagen. Bis dann werden die Hummer qualvoll gehalten:
Ohne Futter und mit zusammengebundenen Scheren werden bis zu 4000 Krustentiere
im selben Behälter gelagert. Coop und Migros verzichten deshalb ganz auf den
Verkauf von lebendigem Hummer, im Gegensatz zu Carrefour, der die noch lebenden
Tiere auf Eis anbietet.

Auch Umwelt leidet
Auch der Konsum von Crevetten ist nicht unproblematisch. Hier kommt dazu, dass
durch die schiere Grösse der Zuchten in Thailand oder Vietnam ganze Ökosysteme
nachhaltig gestört werden. Komplette Mangrovenwälder werden so vernichtet.
Ausserdem werden die Tiere präventiv mit Antibiotika und Hormonen behandelt.
"Leider sind die diesbezüglichen Vorschriften in konventionellen Zuchten viel zu
lasch", sagt Jennifer Zimmermann vom WWF Schweiz. Sie rät vom Kauf von
konventionellen Zuchtcrevetten ab.
Problem Beifang
Wer auf wild gefangene Crevetten ausweicht, erkauft sich nicht unbedingt ein
gutes Gewissen. Beim Fischen mit dem Schleppnetz landen haufenweise andere
Fische in den Netzen. Dieser "Abfall" wird dann verletzt oder tot wieder dem
Meer übergeben. "Wildfangcrevetten aus dem Nordatlantik hingegen sind
empfehlenswert", so Zimmermann. Zwar bestehe auch hier das Problem des Beifangs,
aber der Crevettenbestand sei immerhin nicht überfischt.

Ohne Antibiotika
Auch Bio-Zuchtcrevetten schneiden gut ab. Hier werden die Mangrovenwälder wieder
aufgeforstet, und der Einsatz von Medikamenten ist generell verboten. "Das
Angebot an Biocrevetten reicht allerdings nicht, um der grossen Nachfrage über
Weihnachten gerecht zu werden", erklärt Jörg Birnstiel von Coop.
Schlechtes Gewissen mit Kaviar
Für Schlemmer mit Gewissensbissen ist auch Kaviar keine Alternative. Die Eier
stammen von der höchst bedrohten Fischart Stör. Zur Kaviargewinnung werden
Störweibchen vor dem Ablaichen im Kaspischen Meer gefangen und getötet.
Welcher Fisch darf auf den Tisch?
Süsswasserfische:
Schweizer Fische aus Zucht oder Wildfang, zum Beispiel Egli, Felchen, Hecht und
Zander oder Forellen und Pangasius aus Zucht; grundsätzlich alle Fischprodukte
mit MSC-Label (Wildfang) oder mit Bio-Label (Zuchten).
Meeresfische:
- Alaska-Seelachs, Wildfang,
- Nordostpazifik; Crevetten, Wildfang,
- Nordatlantik; Heilbutt, Wildfang,
- Nordpazifik; Hering, Wildfang,
- Nordostatlantik; Karpfen, Zucht, Europa; Makrele, Wildfang,
- Nordostatlantik; Miesmuscheln,
- Zucht; Seelachs/Köhler, Wildfang, Nordostatlantik. |
Quelle:
Mit freundlicher Unterstützung des Beobachters |
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Eine Dienstleistung von Gewerbe-Zuerichsee.ch |
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